Waldbaden Wissenschaft - Erlebniswelt Waldbaden-Ostschweiz

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Waldbaden Wissenschaft

"Wir sind mit der überraschenden Tatsache konfrontiert, dass es sich beim Immunsystem um ein Sinnessystem handelt, das fähig ist, wahrzunehmen, zu kommunizieren und zu handeln".
- Joel Dimsdale, Professor für Psychiatrie an der Universität von Kalifornien, San Diego (1)
Dass die Natur und besonders der Wald eine positive Wirkung auf uns Menschen haben, ist den meisten bekannt und für viele nichts Neues.

Was heute wissenschaftliche nachgewiesen ist, sprengt jedoch unsere bisherigen Vorstellungen dieser positiven Wirkung.
Weltweit untersuchen Mediziner, Psychologen, Umweltforscher und diverse weitere Wissenschaftler den Einfluss der Umwelt auf die Gesundheit des Menschen. Die Ergebnisse sind beeindruckend. Mittlerweilen ist es nicht mehr so, dass es sich einfach nur gut anfühlt im Wald und in der Natur zu sein, sondern es ist auch wissenschaftlich nachgewiesen, dass diese einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit haben.

Untersuchungen und Studien belegen, dass sowohl unser Immunsystem so wie auch unsere psychische Gesundheit stark von unserer Umwelt abhängen.


Überzeugen Sie sich selber an Hand der folgenden 3 Beispiele


Ein Team aus sechs japanischen Wissenschaftlern, darunter Mediziner, Biologen und Psychologen, erforschte in einer gross angelegten Studie, welche Eigenschaften positive Effekte auf die menschliche Psyche haben(2). An 168 Versuchspersonen führten die Forscher ein Untersuchungsprogramm in 14 verschiedenen Waldgebieten durch. Das gleiche Untersuchungsprogramm führten die Forscher auch in 14 Stadtgebieten durch. Der Vergleich dieser beiden Untersuchungen war erstaunlich. Der Aufenthalt im Wald bewirkte eine deutliche Verringerung von Angstzuständen, Aggressionen und Erschöpfung bei den Versuchspersonen. An Hand von Fragebögen, die die Teilnehmenden ausfüllten, konnten die Wissenschaftler feststellen, dass sich auch deren Gemütslage und das allgemeine Wohlbefinden durch die Versuche deutlich verbessert wurden.
Die Wissenschaftler konnten mit Hilfe spezieller Messmethoden nachweisen, dass der Aufenthalt im Wald eindeutig zu Entspannung führt, den Blutdruck senkt und Gehirnvorgänge im präfrontalen Kortex ausbalanciert, so dass das Stressniviau sinkt.

Eine weitere grossangelegte Studie, an der ein Teil der sechs japanischen Wissenschaftler mitwirkte(3), zeigte ebenfalls, dass schon beim blossen Aufenthalt im Wald das Stresshormon Cortisol signifikant zurückgefahren wird. Dies konnten die Wissenschaftler mit Messungen im Speichel belegen. Der Cortisolgehalt im Speichel sinkt. Selbst in einer ruhigen städtischen Fussgängerzonen ist dies nicht gleichermassen der Fall.
Auch das Herz wird durch den Wald positiv beeinflusst. Bei einem Waldspaziergang sinkt sie Herzfrequenz und ist deutlich ausgeglichener und konstanter, als bei einem vergleichbaren Stadtspaziergang.

Roger Ulrich führte von 1972 bis 1981 eine Studie durch, in der er die Genesung zwischen zwei Patientengruppen verglich. Bei allen Testpatienten wurde die gleiche Operation durchgeführt, eine Gallenblasenentfernung. Natürlich achtete Professor Ulrich darauf, dass die Patienten auch im Bezug auf das Alter und Geschlecht vergleichbar waren. Die Patienten der einen Testgruppe hatten Ausblick auf einen Baum und und die anderen, konnten durch ihr Fenster lediglich auf eine Hauswand sehen.
Die Ergebnisse waren eindeutig. Bei den Patienten mit Blick auf den Baum verlief die Genesung signifikant schneller als bei denjenigen mit Blick auf die Hausmauer. Ebenfalls benötigten die Patienten mit Baumsicht weniger und leichtere Schmerzmittel als die Patienten mit der Mauersicht.
Professor Roger Ulrich wies in dieser Studie nach, dass alleine der Ausblick aus dem Fenster eines Krankenzimmers hinaus ins Grüne die Genesung nach Operationen beschleunigt(4). Somit hat Ulrich den ersten Beweis für den Biophilia-Effekt erbracht.


Dies sind lediglich 3 Beispiele, die eindeutig belegen, dass die Natur und vor Allem der Wald einen viel stärkeren Einfluss auf uns haben, als den meisten Menschen wirklich bewusst ist.


1) Joel E. Dimsdale, Geleitwort, in: Christian Schubert (Hrsg.), Psychoneuroimmunologie und Psychotherapie, S. V, Schattauer Verlag, Stuttgart, 2011
2) Bum-Jin Park u.a., Psychologicial evaluation of forest enviroment and physical variables, in: Qing Li (Hrsg.), Forest Medicine, S.37-54 Nova Biomedical Verlag, New York, 2013
3) Bum-Jin  Park u.a., Effect of forest enviroment on physiological relaxion using the results of field tests at 35 sites trought Japan, in: Qing Li (Hrsg.), Forest Medicine, S.37-54 Nova Biomedical Verlag, New York, 2013
4) Roger Ulrich, View through a window may influence recovery from surgery, in: Science, April 27, 1984 v224 p420(2), American Association for the Advancement of Science, Washington, D.C.,1984

Entnommen und zusammengefasst aus: Der Biophilia Effekt; Heilung aus dem Wald, S.80-118 von Clemens G,Arvay,UllsteinverlagOktober 2016

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